Logotherapie

Logotherapie – nicht zu verwechseln mit Logopädie – ist die dritte Wiener Schule der Psychotherapie, ist eine auf Sinnfindung hin orientierte psychotherapeutische Behandlungs- und Gesprächsmethode. Während es in der Psychoanalyse Sigmund Freuds um das Bewusstmachen der unbewussten Triebhaftigkeit geht, geht es in der Logotherapie und Existenzanalyse um die Bewusstmachung des Geistigen im Menschen, das sich im Bewusstsein der eigenen Verantwortlichkeit und in der Fähigkeit zur Sinnfindung zeigt.

Begründer ist der Neurologe und Psychiater Prof. Dr. Viktor Emil Frankl, geboren 1905 in Wien. Bereits in seiner Gymnasialzeit stand er in engem Kontakt mit Sigmund Freud, später auch mit Alfred Adler. Mit beiden Richtungen beschäftigte er sich intensiv. Aber weder in der Triebtheorie der Psychoanalyse Freuds noch in der Individualpsychologie Adlers fand er eine dem Menschen adäquate Motivationstheorie. Eigene Untersuchungen bestätigten ihm, was er längst intuitiv vorweggenommen hatte, nämlich die primäre Sinnorientierung des Menschen. Das heißt, primär geht es nicht um Triebbefriedigung im menschlichen Leben, auch nicht um die Kompensation von Minderwertigkeitskomplexen bzw. das Erringen von Machtpositionen im Sozialgefüge, sondern um die Erfüllung von sinnvollen Aufgaben, die ein Mensch innerlich bejaht und an die er sich freiwillig hingibt. Als „Nebeneffekt“ stellen sich dabei  Zufriedenheit und Glück ein. Die Logotherapie und Existenzanalyse ist somit eine gute Ergänzung / Erweiterung der bisherigen etablierten psychotherapeutischen Methoden.